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8Possession
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10Blast Of Silence - Explosion...
11Tinker, Tailor, Soldier, Spy...
12Lisztomania
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15Zwei Kapitäne II (Two...
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Videothek Negativeland Berlin - Raritäten, Klassiker & Filmkunst
Willkommen, Welcome, Bienvenidos
in der ältesten Programmvideothek
in Berlin
(Ost)


Unser Verleih- und Verkaufsprogramm mit 15.000 Filmen
findet ihr im LSD-Viertel im Prenzlauer Berg
in der Danziger Str. 41 / Ecke Duncker
jeden Tag von 12-24 Uhr und
Sonn- und Feiertags von 14-22 Uhr
Negativeland - Das Filmarchiv
NEU ERSCHIENEN IM FEBRUAR
Lars von Trier - AntichristAntichrist
D/Dän/S 2009, 108 min
Regie: Lars von Trier
Buch: Lars von Trier, Anders Thomas Jensen
mit: Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe

Lars von Trier, der mit Abstand talentierteste Filmregisseur der Gegenwart, ist zurück. Antichrist heißt sein neuester Film, dessen anmaßender Titel schon deutlich macht, was den Berserker des europäischen Kinos und Wiederentdecker des religiösen Pathos im Film umtreibt. Denn keiner sucht wie er mit solcher Brutalität nach den subkutanen Tiefenstrukturen des Cinematografischen; als einziger sieht er das Kino – noch oder schon wieder – als moralische Anstalt, in der fernab von den üblichen Filmbanalitäten – deren vorhersagbaren Qualitäten er sich bis zur Selbstverleugnung verweigert – die großen Fragen verhandelt werden können. Dabei hat er immer auch seinem Talent misstraut, dieser Leichtigkeit, mit der sich bei ihm wie durch Zauberhand immer wieder große Kunst einstellt – und so widmet sich der Meister, in zumindest der Hälfte seiner Werke, ausgiebig der Zerstörung des Films, was zwar das Publikum öfters eher erzürnt als entzückt, in seiner Radikalität aber trotzdem tausendmal unterhaltsamer ist als die immergleichen boy-meets-girl-Geschichten, die sonst aktuell den visuellen Background einer zutiefst infantilisierten Gesellschaft bebildern. Die Monumentalität und Selbstbezüglichkeit seines Schaffens, oft zwischen Therapiegruppe und Größenwahn schwankend, sind nicht frei von Kollateralschäden und so gestaltet sich seine Filmografie auch eher als ein gewundener Passionsweg voller Selbstekel und gnadenloser Selbstkasteiung, denn als ein gerader Weg zum Ziel - mit einem Wort: Kino zwischen cineastischem Hochamt und Zumutung.
"Lars von Trier hat seine »perfekten« Filme schon vor vielen Jahren abgeliefert. Sie waren formvollendet und begegneten der großen Störung mit Poesie. Danach schien es ihm vor allem um Reduktionen, Obstruktionen, Fragmentierungen und Zerstörungen zu gehen. Sein Ehrgeiz schien vor allem darin zu bestehen, Filme zu machen, die eigentlich gar nicht funktionieren können – und die dann auf wundersame Weise doch funktionieren. Filme zum Beispiel, die auf Kreidestrichen statt in Locations spielten."
("Chaos regiert": Georg Seeßlen u. Jutta Brückner in epd Film)
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"Was Lars von Trier allein in der letzten Viertelstunde an Symbolen der Grausamkeit halluziniert, zwischen Macht und Ohnmacht, Penetration und Kastration, wird die Proseminare der Genderstudies wieder für Jahrzehnte beschäftigt halten. Zum Schluss bleibt aber eine zentrale Frage: Kann es frauenfeindlich sein, wenn ein Mann die Frauen mehr fürchtet als den Teufel selbst? Bei einem mittelalterlichen Großinquisitor wäre das noch klar zu beantworten. Bei einem zeitgenössischen Regisseur wird es schon schwieriger. Da könnte nämlich plötzlich auch der Umkehrschluss gelten: Was man in den Tiefen der Depression vollständig fürchten lernt, hat man - endlich - auch vollständig respektiert."
("Auf eigene Gefahr": Süddeutsche Zeitung, 09.09.2009)
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NEU ERSCHIENEN IM JANUAR
Park Chan-Wook - Durst - Thirst Durst - Thirst
Südkorea/USA 2009, 133 min
Regie, Co-Drehbuch: Park Chan-Wook
mit: Song Kang-ho, Kim Ok-bin, Kim Hae-sook

Der neueste Film vom Regisseur der Rache-Trilogie (Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy, Lady Vengeance) und von Filmen wie Joint Security Area und I'm a Cyborg, But That's OK ist eine komplexe Variation des alten Vampirmythos, frei nach Émile Zolas Roman "Thérèse Raquin". Der Moralist und studierte Philosoph Park Chan-Wook arbeitet sich am Filmkosmos der Vampirgeschichten ab, um daraus eine feinsinnige, wenn auch sehr blutige und natürlich bestechend gefilmte Moralstudie vorzulegen, für die er in Cannes den Preis der Jury erhielt.
"In Durst ist der Vampirismus nicht die Metapher, sondern die Essenz obsessiver Liebe. Kuss und Biss, die Ekstase von Sex und Saugen, im Liebesakt und im Todeskampf ineinander verschränkte Körper sind hier kaum mehr zu unterscheiden... Lars von Trier und Park Chan-wook, die beiden radikalsten Filmemacher des Gegenwartskinos, konfrontieren uns mit Horrorfilmen, in denen sich Liebende bis aufs Letzte bekämpfen. Von Trier betrachtet diesen Kampf händereibend, Park Chan-wook mit einem gewissen Mitgefühl. In beiden Filmen wird eine sexuell entfesselte, furienhafte Heldin am Schluss von ihrem vernünftigen Gegenpart eliminiert." (Die Zeit, 15.10.2009) >>
Inglourious Basterds - Stolz der Nation (Regie: Quentin Tarantino) Inglourious Basterds
D/USA 2009, 154 min
Regie u. Buch: Quentin Tarantino
mit: Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Eli Roth, Til Schweiger, Michael Fassbender, Daniel Brühl, Sylvester Groth, August Diehl, Martin Wuttke

Angelehnt an Enzo G. Castellaris (Keoma) B-Movie Inglorious Bastards arbeitet sich Tarantino in gewohnter Zitierwut und Lust an exzessiven Dialogen über Populärkultur und akzentuierten Gewaltausbrüchen in einer comic-ähnlichen Weltkriegsgroteske an Godard und der Filmgeschichte, Adolf Hitler (schön überzogen gespielt vom Arturo Ui-Darsteller auf Lebenszeit, Martin Wuttke) und der Judenvernichtung, Italotrashfilmen und sicher noch tausenderlei anderen Dingen ab. Christoph Waltz als SS-Standartenführer Hans Landa ist höchst entzückend. Auch mit dabei ist eine Schar bekannter deutscher Mimen, die hier alle ein warmes Plätzchen gefunden haben, sogar Til Schweiger fällt nicht unangenehm auf, da er im Film weitgehend die Klappe halten muss. Sehr aufmerksam, Mr. Tarantino! Und Stauffenberg möchte man zurufen: Na bitte, geht doch!
"Zehn Jahre hat der mittlerweile 46-jährige Quentin Tarantino, den viele spätestens seit „Death Proof“ (2007) als nur noch mäßig gehobenen Trash-Regisseur abgeschrieben hatten, an der Idee und am Drehbuch für „Inglorious Basterds“ gearbeitet. Und dann, in rekordkurzen sieben Monaten die Story um eine amerikanisch-jüdische Guerilla-Truppe, die 1944 in einem Pariser Kino die gesamte Nazi-Führung in die Luft jagt, abgedreht, geschnitten und tatsächlich bis Cannes fertig gekriegt. Cannes, das war Tarantinos höchstes Ziel. „In diesen zwölf Tagen ist Kino wirklich wichtig“, ruft er in den total überfüllten Presse-Saal. Und wiederholt, mit faszinierender, aber auch gefürchteter Emphase, seinen Schlachtruf: „Ich bin kein amerikanischer Regisseur, sondern ich mache Filme für den Planeten Erde!“ (Tagesspiegel, 20.05.2009) >>
Zerrissene Umarmungen (Regie: Pedro Almodovar) Zerrissene Umarmungen
Spanien 2009, 128 min
Regie u. Buch: Pedro Almodovar
mit: Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo

Schon beim Casting für seinen neuen Film verliebt sich der junge Regisseur Mateo Blanco leidenschaftlich in die wunderschöne Hauptdarstellerin Lena. Eine gefährliche Leidenschaft, denn Lena ist mit einem Bankier verheiratet, der jeden ihrer Schritte argwöhnisch überwachen lässt. Und auch Mateos treue Assistentin Judit reagiert eifersüchtig. Mit einer dramatischen Liebesgeschichte kehrt der Meister des Melodrams, Pedro Almodóvar, zurück: Mit der großartigen Penélope Cruz steht wieder eine Frau im Zentrum seines virtuos verschachtelten Spiegelkabinetts, bei dem Realität und Fiktion immer wieder äußerst kunstvoll ineinander übergehen und miteinander verschmelzen.
"Die Schauspielerin Penélope Cruz, die nur bei Woody Allen schöner ins Licht gesetzt wird als bei Almodóvar, ist in "Zerissene Umarmungen" als Lena einmal zurechtgemacht wie Audrey Hepburn seinerzeit in Billy Wilders "Sabrina", mit kurzem Fransenpony und Pferdeschwanz, und ein anderes Mal darf sie so superblond und bauschhaarig auftreten wie Marilyn Monroe. Spiegelungen und Wiedergänger sind die Konstanten von Almodóvars neuem Film - was soweit geht, dass sich der Regisseur selbst zitiert: "Frauen und Koffer" ist ein Verweis auf seinen eigenen großen Kinoerfolg "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" von 1988. Warum tut er das nur? Längst wissen doch alle, dass der große Pedro Almodóvar selbst Filmgeschichte geschrieben hat." (Berliner Zeitung, 04.08.2009) >>
Deutschland 09 Deutschland 09
D 2009, 152 min
Regie: Fatih Akın, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Angela Schanelec, Hans Steinbichler, Isabelle Stever, Tom Tykwer, Hans Weingartner

Über 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 40 Jahre nach dem studentischen Aufbruch 1968, 30 Jahre nach dem "Deutschen Herbst" 1977, 20 Jahre nach dem Fall der deutsch-deutschen Grenze 1989 und mitten im gesellschaftlichen Umbruch der "Agenda 2010" auf dem Weg in die globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts, findet sich eine Gruppe von Kino-Regisseurinnen und Regisseuren aus Deutschland zusammen, um aus ihren individuellen Blickwinkeln ein Panoramabild der gesellschaftlichen und politischen Situation der heutigen Bundesrepublik zusammenzusetzen. Regisseur und Mit-Initiator Tom Tykwer über das Projekt: "Der Film Deutschland 09 vereint ein gutes Dutzend individuelle filmische Blicke auf das, was wir heute und jetzt als Heimat erleben - und wie wir uns in diesem Land verorten, verirren, verstricken."
"Bei aller Heterogenität ist sämtlichen Filmen eins gemeinsam: die Aura von Einsamkeit, die ihre Figuren umgibt. Sie sind einsame Täter, einsame Kinder, einsame Mütter, einsame Berufsmenschen. Bei Angela Schanelecs "Erster Tag" bleibt nur die Einsamkeit der morgendlichen Landschaften und Straßenkreuzungen. Unser Leben ohne uns - was ist das für ein romantisches Deutschland-Bild." (Berliner Zeitung, 25.03.2009) >>
Tatort: Reifezeugnis (Nastassja Kinski) Tatort: Reifezeugnis
D 1977, 108 min
Regie, Co-Drehbuch: Wolfgang Petersen
mit: Klaus Schwarzkopf, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter

Endlich ist dieser legendäre Klassiker des deutschen Fernsehens und die wahrscheinlich beste Folge der Tatortserie auf DVD veröffentlicht worden. Dieser Film machte Nastassja Kinski bekannt und eröffnete Wolfgang Petersen alle Karrieremöglichkeiten, die dann mit Das Boot und dem (leider) späteren Hollywoodeinstieg weiter verfolgt wurden. Die konsequent unheimliche und bedrückende Atmosphäre des Filmes zog zur Erstausstrahlung 25 Millionen Zuschauer in ihren Bann und ist bis heute eine Studie in Intensität und Spannung, die ohne Action und Hektik und überfrachtete, sinnlos symbolgeladene Bilder auskommt. Die geschliffenen Dialoge könnten fast jedem deutschen Film als Vorbild dienen und die Tochter von Klaus Kinski ist eine schauspielerische Offenbarung. Wobei nicht verschwiegen werden soll, dass ihre nackten Brüste wohl nicht ganz unbeteiligt am überragenden Erfolg dieser Tatortfolge blieben - zu einer Zeit, als die Schulmädchenreporte die erfolgreichsten Filme im deutschen Kino waren.

I wie Ikarus (Yves Montand)I wie Ikarus
F 1979, 121 min
Regie u. Co-Drehbuch: Henri Verneuil
Musik: Ennio Morricone
mit: Yves Montand, Michel Albertini, Jean-François Garreaud, Brigitte Lahaie

Henri Verneuils (Der Clan der Sizilianer) Politthriller ist ein Klassiker seines Genres und eine Paraderolle für den großen Yves Montand als ermittelnden Generalstaatsanwalt Henri Volney. Die Metapher vom Ikarus, der bei seiner Flucht von der Insel Kreta der Sonne zu nahe kommt und seine Flügel verliert, wird als Gleichnis für die Suche nach der Wahrheit hinter dem Attentat auf einen Staatspräsidenten benutzt. Die zentralen Fragen in dem spannenden und virtuos inszenierten Verschwörungsthriller sind Macht und Gehorsam, Verneuil baute sogar das berühmte Milgram-Experiment in den Film ein.


Weitere Neuheiten: Reise In Die Urwelt | Herr Satan Persönlich | Lange Beine, Kurze Lügen... | Wie Das Leben So Spielt | Romeo & Julia (DiCaprio/Danes) | The Gingerbread Man | Heiligendamm | Auf Anfang: Reprise | The Good, The Bad And The Weird | Kin-dsa-dsa! | The Star | Tyson | Maria, Ihm Schmeckt's Nicht! | Die Wahnsinnig Traurige Prinzessin | Oben
Alle Neuheiten von August 2009 bis Januar 2009 >>
KURZ VORGESTELLT
Krzysztof ZanussiKrzysztof Zanussi
polnischer Filmregisseur und -produzent
geboren am 17. Juni 1939 in Warschau


Krzysztof Zanussi ist der "Moralist aus Warschau", sein essayistisches Frühwerk machte ihn mit internationaler Anerkennung zum "polnischen Godard", mit Filmen wie Die Struktur des Kristalls, Illumination und Die Spirale. Ähnlich wie auch die frühen Filme Kieslowskis setzen sie sich mit Fragen der Moral in einer nur bedingt funktionierenden sozialistischen Gesellschaft auseinander. Zanussi gehörte zu den Mitbegründern des "Kinos der moralischen Unruhe" und erhielt für seine Werke viele internationale Auszeichnungen. Auch heute ist der inzwischen 70jährige Zanussi als Regisseur und Produzent tätig, sein 2005 gedrehter Film Persona Non Grata erhielt viermal den Polnischen Filmpreis. Eine Übersicht aller in unserem Programm enthaltenen Filme Zanussis findet ihr hier >>

Moralist aus Warschau: Zum 70. Geburtstag des polnischen Regisseurs Krzysztof Zanussi (Berliner Zeitung, 17.06.2009) >>

DDR FERNGESEHEN
Sachsens Glanz und Preussens Gloria Sachsens Glanz und Preußens Gloria
DDR 85/87, sechsteilige TV-Serie nach der "Sachsentrilogie" von Józef Ignacy Kraszewski
Regie: Hans-Joachim Kasprzik
Musik: Karl-Ernst Sasse
mit: Marzena Trybala (Gräfin Cosel), Dietrich Körner (August der Starke), Rolf Hoppe (August III.), Ezard Haußmann (Graf Heinrich von Brühl), Gunter Schoß (Graf Josef von Sulkowski), Arno Wyzniewski (Friedrich II.), Eberhard Esche, Volkmar Kleinert, Alfred Struwe, Klaus Piontek, Jan Spitzer, Jörg Kleinau, Hans Knötzsch, Günter Wolf, Elke Brosch, Irma Münch, Leander Haußmann


Anno 1983/84, im Ländle der Arbeiter und Bauern östlich der Elbe: das staatliche Fernsehen versucht sich an einer für seine Verhältnisse sehr teuren Prestigeproduktion, die wohl der proletarisch-kleinbürgerlichen Tristesse ein bisschen Glanz und Gloria aus barocker Zeit überhelfen soll. Die Kosten sind immens, andere Produktionen müssen zurückgestellt werden und die ersten beiden Teile des Sechsteilers werden sogar erst 1987 vollendet. Aber es hat sich gelohnt, entstanden ist eine der besten deutschen Fernsehserien überhaupt, eine sehr unterhaltsame Lektion in feudaler Geschichte, Politik und Wirtschaft im Sachsen und Preußen vom Barock bis zur Aufklärung, mit zahlreichen Ränkespielen und Liebesaffären und illustren historischen Gestalten wie dem Kurfürst und Polenkönig August der Starke, der angeblich über 300 Kinder zeugte, seiner wichtigsten Mätresse Gräfin Cosel, der die eigene geistige Überlegenheit zum Verhängnis geriet, als ihr Einfluss auf die sächsische Politik zu groß wurde, der spätere Premierminister und große In-die-eigene-Tasche-Wirtschafter Heinrich von Brühl, der von den Langen Kerls besessene Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und sein Sohnematz, der Flötenspieler Friedrich II. ("Der Fürst ist der erste Diener seines Staates.") und vielen anderen. Die halbe Schauspielerelite der DDR war dabei - der junge und der alte Brühl übrigens verkörpert von Vater und Sohn Haußmann. Die schöne Filmmusik wurde komponiert von Karl-Ernst Sasse, der mehr als 500 Filmmusiken für die DEFA schrieb. Definitiv ein Highlight aus einer Zeit, als es noch keine HBO-Serien gab.

Johann Sebastian Bach Johann Sebastian Bach
DDR/Ungarn 1985, vierteilige TV-Serie
Regie: Lothar Bellag
mit: Ulrich Thein (Bach), Angelika Waller, Jaroslav Satoransk, Franziska Troegner, Ferencs Bacs, Christian Steyer, Yvette Kornová, György Dörner, Monika Lennartz, Martin Hellberg, Michael Gerber, Gunnar Helm, Ralf Lehm, Monika Lennartz


Auch diese Serie des DDR-Fernsehens ist inzwischen ein Klassiker - eine sehens- und natürlich hörenswerte Dramaadaption des Lebens des berühmten Komponisten und seiner Zeit, den Nöten, denen er ausgesetzt war und den Triumphen, die er erzielte. Die Hauptrolle wird eindringlich gespielt von Ulrich Thein.

KINDERFILMKLASSIKER
Die Märchenbraut, Tschechoslowakei 1979-81 Die Märchenbraut
(Die schöne Arabella und der Zauberer)
13teilige Fantasyserie, CSSR 1979-81
Regie: Václav Vorlícek, Musik: Luboš Fišer
mit: Jirí Lábus (Rumburak), Vladimír Menšík (Karl Maier), Vladimír Dlouhý (Peter Maier), Jana Nagyová (Arabella), Dagmar Patrasová (Xenia), Vlastimil Brodský (König), Jirí Sovák (Hofzauberer Vigo), František Filipovský (Teufel Stunk), František Peterka (Fantomas)


Na, das wurde aber auch Zeit: endlich ist dieser fantastische Mehrteiler des tschechischen Fernsehens (in Co-Produktion mit dem WDR, für den der Eiserne Vorhang zumindest in der Tschechoslowakei recht durchlässig war und der z.B. auch an Pan Tau und Der kleine Maulwurf beteiligt war) auf DVD erhältlich. Die wunderschöne und überdrehte, mit immer wieder neuen Überraschungen und Einfällen glänzende und nicht nur für Kinder immer wieder sehenswerte Produktion entstand unter der Regie von Václav Vorlícek, von dem auch der in ganz Europa bekannte Klassiker Drei Haselnüsse für Aschenbrödel stammt. Im Märchenreich ist nichts mehr wie es einmal war: Herr Maier - gespielt von Vladimír Menšík, dem wohl bekanntesten Gesicht in tschechischen Filmen - hat den Sprechenden Wolf erschossen, weil ihm Rumburak, der Assisstent des Hofzauberers Vigo, auf sein noch ahnungsloses Geheiß hin, das Schiessen beibringen wollte, da er sich am Tag zuvor höllisch bei seinen Kindern am Schießstand blamierte. Und damit wird eine Kette von bedeutenden Ereignissen in Gang gesetzt, die in den aberwitzigsten Zufällen gipfeln und permanent zwischen den Parallelwelten Menschen- und Märchenwelt oszillieren, bis dem Zuschauer die Lachtränen kommen und der Mund vor Staunen dauergeöffnet bleibt.

Spuk unterm Riesenrad, Regie: Günter Meyer, DDR 1977-79 Spuk unterm Riesenrad
Siebenteilige TV-Serie, DDR 1977-79
Regie: Günter Meyer, Musik: Thomas Natschinski
mit: Katja Paryla (Hexe), Stefan Lisewski (Riese), Siegfried Seibt (Rumpelstilzchen), Kurt Radeke (Opa), Käthe Reichel (Oma), Katrin Raukopf (Keks), Dima Gratschow (Umbo), Henning Lehmbäcker (Tammi)


Legendäre Kultserie des DDR-Fernsehens aus den 70er Jahren - der originale Kulturpark diente als Kulisse, lange bevor er Spreepark wurde. Witzig, rasant und absurd, mit tollen Dialogen in schönstem Schnodder-(Ost-)Berlinerisch.
Und so fängt‘s an: Riese, Hexe und Rumpelstilzchen aus der Gespensterbahn erwachen zu Leben beim Putzen im anscheinend magischen Spreewasser und hauen ab in den realsozialistischen Alltag. Die drei Berliner Gören Tammi, Umbo und Keks hinterdrein, denn sie tragen die Verantwortung für diese Flucht. Und dann geht wirklich die Post ab – in Treptow, in F-Hain, am Alex und im Harz! Die wunderbaren Ansichten von Berlin aus einer längst untergegangenen Welt und die vielen kleinen Seitenhiebe auf das Leben in der DDR machen aus der Kinderserie eine unterhaltsame Reise in die Vergangenheit für Erwachsene!

Die Märchenbraut DVD
Spuk unterm Riesenrad DVD

Die Märchenbraut &
Spuk unterm Riesenrad
im Verkauf als Sammlerbox
je 20,- Euro
Wojciech Has
Wojciech Has - The Hourglass Sanatorium The Hourglass Sanatorium
SANATORIUM POD KLEPSYDRA /
Das Sanatorium zur Todesanzeige
Polen 1973, Regie/Drehbuch: Wojciech Has

Der polnische Regisseur Wojciech Has (1925-2000) drehte nur eine Handvoll Spielfilme, von denen aber zwei zu den ganz großen Klassikern nicht nur des polnischen Kinos zählen, sondern darüber hinaus zu den wichtigsten surrealistischen Filmwerken, die auch viele internationale Künstler beeinflusst hatten.
Das Sanatorium zur Todesanzeige ist nach Erzählungen des berühmten Erzählers Bruno Schulz (1892-1942) entstanden - des polnischen Kafkas, der am Tage seiner geplanten und von Freunden initiierten Flucht aus dem Ghetto infolge einer bizarren Privatfehde zwischen zwei SS-Offizieren auf offener Straße erschossen wurde.
Die Reise eines jungen Polen zu seinem sterbenden Vater, einem Exzentriker, der mit Tauben in einer Dachkammer lebte und nun im Sanatorium liegt, wird zu einem poetischen Spiel mit Symbolen und Zeitebenen, in dem sich Phantasie und Realität vermischen. Als er im Sanatorium ankommt, findet er dieses verwahrlost und ohne Führung vor. Private Erinnerungen und Träume verknüpfen sich mit dem gesellschaftlichen Bild Polens vor dem Zweiten Weltkrieg, wobei Regisseur Has auch den Holocaust reflektiert, und somit in Schulz' Erzählungen dessen Tod mit einfließen lässt.

Wojciech Has - The Saragossa Manuscript The Saragossa Manuscript
REKOPIS ZNALEZIONY W SARAGOSSIE /
Die Handschrift von Saragossa
Polen 1964, Regie: Wojciech Has
Musik: Krzysztof Penderecki; mit: Zbigniew Cybulski

Ein zugleich überbordend üppiges und expressionistisch karges Werk voller unheimlicher und komischer Geschichten, surrealistisch und schwankhaft, spannend und witzig. 1739 reitet ein junger Offizier durch die wilde Sierra Morena, begegnet dort verlockenden Frauen, verrückten Einsiedlern, der Inquisition und gehängten Räubern - und vielen Lebensgeschichten, die 1001 Nacht in den Schatten stellen. Ein Meisterwerk, das Regisseure wie Luis Buñuel, Lars von Trier, Martin Scorsese, Francis Ford Coppola und viele andere inspirierte.
Die Hauptrolle wird gespielt von Zbigniew Cybulski (1927-1967), dem polnischen James Dean, ein gutaussehender Mann mit markanten Gesichtszügen, der stets eine Sonnenbrille trug und durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, als er versuchte, auf einen fahrenden Zug zu springen. Bekannt wurde Cybulski vor allem mit der Rolle des Maciek in Andrzej Wajdas Asche und Diamant.
Die Vorlage für Die Handschrift von Saragossa ist der gleichnamige Roman des polnischen Adligen Jan Graf Potocki (1761-1815), eines weit gereisten Forschers, Historikers und Romanciers, der daran ganze 18 Jahre bis zu seinem Tode arbeitete. Wobei sein Leben und auch sein Tod ähnlich bizarr verliefen wie seine Erzählung. Der in seinen letzten Lebensjahren depressiv gewordene Graf, ein hochgebildeter Kosmopolit, feilte solange an der Spitze seines Samowars - einer Silberkugel -, bis diese in den Lauf seiner Pistole passte, und erschoss sich damit.

Die Handschrift von Saragossa
Eine Erinnerung von Hartmut Mechtel >>

SCHWERPUNKTE IN UNSEREM PROGRAMM
Schaut auf diese Stadt
Berlinfilme und Berlin im Film: Von Berlin Ecke Schönhauser über Berlin Alexanderplatz nach Berlin Babylon und weitere Sinfonien und sinfonische Dichtungen dieser Großstadt.
Michael Caine - Funeral in Berlin Berlinfilme von bekannten Regisseuren:
Rainer Werner Fassbinder | Billy Wilder | Lothar Lambert | Carl Andersen | Wim Wenders | Alfred Hitchcock | Oskar Roehler | Romuald Karmakar | Christian Petzold | Leander Haußmann | Reinhard Hauff | Roberto Rossellini | Jörg Buttgereit | Andrzej Zulawski | Andreas Dresen | Roland Klick
Berlinfilme Übersicht >>
Volkseigener Film
Kino in der DDR: Kleine und große Werke der Deutschen Film AG, besser bekannt als DEFA, zwischen 1946 und 1990 wie Die Legende von Paul und Paul, Spur der Steine, Solo Sunny oder Coming Out.
Konrad Wolf - Solo Sunny Bedeutende DEFA-Regisseure:
Frank Beyer | Egon Günther | Konrad Wolf | Wolfgang Staudte | Heiner Carow | Jürgen Böttcher | Martin Hellberg | Ralf Kirsten | Gottfried Kolditz | Kurt Maetzig | Günter Reisch | Herrmann Zschoche
DEFA-Filme Übersicht >>
Kinoprawda und Kinoapparat
Sowjetische Filmklassiker: Antibürgerliche Avantgarde, stalinistische Auftragswerke, monumentale Literaturverfilmungen, melodramatische Kriegsgeschichten und realsozialistische Liebesfilme.
Der Mann mit der Kamera Bedeutende Regisseure der Sowjetära:
Elem Klimow | Andrej Kontschalowskij | Nikita Michalkow | Sergej Paradschanow | Sergej Bondartschuk | Andrej Tarkowskij | Sergej Eisenstein | Tengis Abuladse | Wsewolod Pudowkin
Sowjetfilme Übersicht >>
Love, Death & War
Wie es euch gefällt: Hamlet, Henry V., Julius Caesar, King Lear, Macbeth, Othello, Richard III., Romeo & Julia, Der Sturm und weitere Tragödien und Komödien nach William Shakespeare.
Orson Welles - Macbeth Shakespeare von wichtigen Regisseuren:
Orson Welles | Kenneth Branagh | Akira Kurosawa | Roman Polanski | Franco Zeffirelli | Laurence Olivier | Grigori Kosinzew | Peter Greenaway | Derek Jarman
Shakespearefilme Übersicht
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KALENDERBLATT
FEBRUAR 2010


01.02. Sherilyn Fenn
45. Geburtstag
amerik. Schauspielerin
Twin Peaks

01.02. Brandon Lee
45. Geburtstag († 1993)
amerik. Schauspieler
The Crow

02.02. Donald Pleasence
15. Todestag (* 1919)
britischer Schauspieler
Cul-de-Sac | THX 1138 | Halloween | Escape from New York | Soldier Blue

02.02. Barbara Sukowa
60. Geburtstag
deutsche Schauspielerin
Europa | Die bleierne Zeit | Lola | Rosa Luxemburg

04.02. George A. Romero
70. Geburtstag
amerik. Regisseur
Night of the Living Dead | Martin | The Crazies

07.02. James Spader
50. Geburtstag
amerik. Schauspieler
Crash | Secretary | Sex, Lügen und Video

08.02. Jack Lemmon
85. Geburtstag († 2001)
amerik. Schauspieler
Das Apartment | Glengarry Glen Ross | The Fortune Cookie | Irma La Douce | Missing

09.02. Mia Farrow
65. Geburtstag
amerik. Schauspielerin
Rosemary's Baby | Der Halunke | Zelig | Broadway Danny Rose | Alice

10.02. Robert Wagner
80. Geburtstag
amerik. Schauspieler
The Pink Panther | Austin Powers

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Jan Svankmajer
Der Magier von Prag
Der 1934 in Prag geborene surrealistische Filmemacher Jan Svankmajer ist einer der bedeutendsten tschechischen Künstler. Mit seinen originellen Filmvariationen zu Faust und Alice in Wonderland und seinen vielen Kurzfilmen aus über vier Jahrzehnten beeinflusste er viele Regisseure und Künstler wie Terry Gilliam, Tim Burton und die Quay Brothers. >>

Jan Svankmajer - Alice

René Laloux
Schizophrenic Cinema
Mit seinen Zeichentrickfilmen Der Phantastische Planet und Herrscher der Zeit erlangte der französische Regisseur und Maler Kultstatus. Bei seinen Filmen arbeitete er mit berühmten Künstlern wie Roland Topor, Jean Giraud, Isaac Asimov und Stefan Wul zusammen. >>

Der phantastische Planet - Roland Topor

Jean-Pierre Melville
Französischer Todesengel
Jean-Pierre Melville war der große Stilist des französischen Kinos und einer der einflussreichsten europäischen Regisseure. Seine extrem stilisierten Gangsterfilme wurden Ikonen des Genrekinos und Vorbilder für Martin Scorsese, John Woo und Quentin Tarantino. >>

Jean-Pierre Melville - Army in the Shadows

Russ Meyer
The King of Nudies
Am 18. September vor drei Jahren verließ unbemerkt und unerwartet der Meister großer Busenkunst unsere für seine Phantasien zu klein gewordene Welt, aber ganz gewiss nicht, um in das komische Paradies mit den Jungfrauen einzugehen, denn Russ Meyer, der “Eisenstein des Sexfilms”, war kein Märtyrer, dafür aber Autorenfilmer und Geschäftsmann im Dienste einer guten Sache. >>

Russ Meyer - Up!

Akira Kurosawa
Tenno Akira
Am 6. September 1998 verstarb 88jährig der Meister des japanischen Films. Jakob Sobe wagte einen ausführlichen Blick auf einen kleinen Teil seines umfangreichen Werkes - den Samuraifilm, den Kurosawa-San ganz entscheidend prägte - und mit ihm auch den amerikanischen und italienischen Western. >>

Akira Kurosawa - RAN

Roland Klick
Der Große Unbekannte
Seinen letzten Spielfilm drehte er vor 20 Jahren, er ist seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast auf den ihm gewidmeten und stets gut besuchten Retrospektiven und doch ist er nur für Eingeweihte ein klingender Name. Aber warum kennt heute keiner mehr den Regisseur von legendären deutschen Filmen wie Deadlock, Supermarkt und White Star? Eine kleine Antwort. >>

Roland Klick - Deadlock

Paul Verhoeven
Aus Fleisch und Blut
Rasender Holländer, Hollywood-Immigrant und exzessiver Mainstream-Kontroversist: Der Regisseur von Basic Instinct und Starship Troopers (in Deutschland indiziert) wurde am 18. Juli 2008 70 Jahre alt. Ein Geburtstagsständchen. >>

Paul Verhoeven - Soldier of Orange

Roman Polanski
Ab ins Polanskino
Zum 75. Geburtstag des am 18. August 1933 in Paris geborenen polnisch-französischen Riesen unter den kleinwüchsigen Regisseuren schrieb sich Jakob Sobe eine unvollständige Geburtstagsfilmografie vom Herzen. >>

Roman Polanski - Repulsion
Stanley Kubrick
Dr. Cubeprick or:
How I Learned to stop Hurrying and Love the Pomp.
Eine entschleunigte Filmografie von Jakob Sobe über den am 26. Juli 1928 in New York unter dem Sternzeichen des Löwen geborenen Löwen unter den Regisseuren. >>

Stanley Kubrick - Lolita
Orson Welles
Citizen Welles
Eine biografische Filmografie über einen der nicht nur an Körpermasse umfangreichsten Regisseure und Schauspieler der Filmgeschichte. >>

Orson Welles - The Stranger

The Coen Brothers
No Country for Old Movies?
Mit vier Oscars ist ihr Meisterwerk No Country for Old Men reich belohnt worden, das ist für Jakob Sobe Anlass genug, sich mit den frühen Filmen des begnadeten Regieduos Joel und Ethan Coen zu befassen. >>

Coen Brothers - Millers Crossing

Weitere Porträts von ausgewählten Regisseuren:

>> John Boorman
>> Sergio Corbucci
>> Sam Peckinpah
>> Russ Meyer
>> Federico Fellini
>> Andrej Tarkowski
>> Jacques Tati
>> Carl Andersen

Wunderbare Welt der Comics:
THENEXTART Shop Independent ComicsTHENEXTART Verlag Independent ComicsMarian Kretschmer