|
Die 30 bestbewertesten Filme: |
|
|
|
Home
|
Videothek Negativeland Berlin - Raritäten, Klassiker & Filmkunst |
1990 - 2010
20 Jahre Filmarchiv Negativeland
Die älteste Programmvideothek in Berlin (Ost)
VERLEIH, VERKAUF und VERSAND
Berlin-Prenzlauer Berg
Danziger Str. 41 / Ecke Duncker
jeden Tag von 12-24 Uhr und
Sonn- und Feiertags von 14-22 Uhr |
|
| | | | | |
NEU IM MÄRZ
Alle Anderen
D 2009, 124 min
Regie u. Buch: Maren Ade
mit: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Nicole Marischka, Hans-Jochen Wagner
Gitti und Chris sind im Urlaub. Irgendwie mögen sie sich, irgendwie verachten sie sich, irgendwie streiten sie sich. So weit so normal. Sie treffen auf ein anderes Paar, ein bisschen älter und sehr viel versierter in der Verwendung aktueller Codes für Erfolg und Liebe. Sie vergleichen und stellen sich selbst in Frage - nicht die anderen.
Sehr intensive Tauchfahrt in die Gefühls(un)tiefen von Menschen wie du und ich und sich wahrhaftig gebendes Spiegelbild einer gelangweilten und langweiligen, ziellosen und verunsicherten Kultur. Kann man auch als Liebesfilm nehmen.
Großer Preis der Jury + Beste Hauptdarstellerin + Bestes Szenenbild (Berlinale 2009)
Salami Aleikum
D 2009, 106 min
Regie u. Buch: Ali Samadi Ahadi
mit: Navid Akhavan, Anna Böger, Proschat Madani, Michael Niavarani, Wolfgang Stumph
Der Deutsch-Iraner Mohsen geht auf die 30 zu, hat weder Frau noch Freundin, den Schlachterberuf seines Vaters verabscheut er, und auch sonst scheint er nach allgemeinen und persischen Kriterien nicht besonders lebenstüchtig zu sein. Dafür kann er wunderbar stricken und was noch viel schöner ist: er strickt seine ganzen Phantasien und Ängste in einen langen langen roten Schal. Und dann verschlägt es ihn in die ostdeutsche Provinz, weil er einem dubiosen Geschäft mit polnischen Lämmern aufgesessen war. Und dort lernt er die Liebe seines Lebens kennen - Ana, eine herbe Ossischönheit mit wahrhaft (ana)bolischer Vergangenheit. Und so entfaltet sich dann ein musikalischer Liebes- und Bilderreigen, den es in dieser Form noch nicht im deutschen Film gegeben hat. Nach der preisgekrönten Dokumentation Lost Children betritt Ali Samadi Ahadi mit seinem Spielfilmdebüt ein komplett neues Terrain und präsentiert eine vor Lebenslust pulsierende Komödie nach dem Motto: „Der nahe trifft den fernen Osten“.
Bester Debütfilm (Berlinale 2009)
Das weiße Band
D/Ö/F/I 2009, 144 min
Regie u. Buch: Michael Haneke
mit: Christian Friedel, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Ursina Lardi, Michael Kranz, Fion Mutert, Josef Bierbichler, Burghart Klaußner, Detlev Buck, Ernst Jacobi (Erzähler)
1913/14, ein Dorf im protestantischen Norddeutschland am Vorabend des 1. Weltkriegs. Die dörfliche Hierarchie ist so klassisch wie streng: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Arzt, Hebeamme, die Bauern. Und die Kinder.
Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Niemand weiß, wer dahinter steckt. Und überall tauchen immer wieder die Kinder auf. Michael Hanekes erfolgreichster Film wurde mit vielen Lorbeeren bedacht und ist in der Tat ein sehr sorgfältig gefilmtes Schwarz-Weiß-Drama mit einer beklemmenden und rätselhaften Erzählung. Detlev Buck amüsiert als bulliger Vater in einer kleinen Nebenrolle.
Oscarnominierung 2010, Golden Globe Award 2010, Goldene Palme 2009, Europäischer Filmpreis 2009, Preis der Deutschen Filmkritik 2009
Luzie, der Schrecken der Straße
Kinderserie, CSSR 1980
Regie: Jindrich Polák, Drehbuch: Ota Hofman
Wenige Tage vor dem 1. Schultag langweilt sich die 6jährige Luzie in der Stadt. Sie ist ein selbstbewusstes, nicht auf den Mund gefallenes Mädchen, das gerne bei Oswalds Bande, einer Gruppe älterer Kinder, mitmischen würde, von denen jedoch nur verlacht wird. Bei einer Mutprobe im Kaufhaus klaut sie eine Packung Knete, in der die beiden Knetmännchen Friedrich & Friedrich stecken. Die beiden sind frech und neugierig und können jede beliebige Gestalt annehmen - im Rahmen ihrer Knetmasse natürlich. Jede Menge Unsinn passiert nun, Luzie avanciert zum Kopf der Oswald-Bande (jetzt wohl eher Luzie-Bande) und die Tage bis zum Schulanfang vergehen viel zu schnell.
Diese wunderbare sechsteilige Kinderserie entstand unter der Regie des erfolgreichen Gespanns Jindrich Polák (Regie) und Ota Hofman (Drehbuch), die der Kinder- (und ebenso Erwachsenen-)Welt solche zeitlosen Klassiker wie Pan Tau, Die Besucher und Clown Ferdinand bescherten. Besonders zu erwähnen ist die wunderschöne Titelmusik von Angelo Michajlov. Ein paar Jahre später drehten Polák und Hofman die Nachfolgeserie Die Tintenfische aus dem zweiten Stock.
Die Tintenfische aus dem zweiten Stock
Kinderserie, CSSR 1986
Regie: Jindrich Polák, Drehbuch: Ota Hofman
Europa schreibt das Jahr 1986, das Umweltbewusstsein hat zugenommen, und das macht sich auch beim Westdeutschen Rundfunk bemerkbar, der fast alle wichtigen tschechischen Kinderfilme und -serien mitproduzierte. Und so findet die vierköpfige Prager Familie, die zum Urlaub in Portugal weilt, nach einem Öltankerunglück am verseuchten Strand eine formbare Masse, die ihr eigenes Leben erhält. In der Gestalt von zwei Tintenfischen sorgen sie von nun an für jede Menge Aufregung. Ihre ganz besondere Eigenschaft, Elektrizität produzieren zu können, sorgt natürlich für einige Begehrlichkeiten bei ganz anderen Herrschaften. Und der angeschlagenen Ehe der Familie verhelfen sie auch zu neuem Glanz. Zwar ist das alles nicht ganz so schön naiv wie bei der Vorgängerserie Luzie, der Schrecken der Straße, aber dennoch eine sehr originelle und einfallsreiche Kinderserie, die unverkennbar aus der Handschrift von Polák und Hofman stammt, den Schöpfern von Pan Tau und Die Besucher.
NEU IM FEBRUAR
Welt am Draht
Zweiteiliger Fernsehfilm, D 1973, 204 min
Regie: Rainer Werner Fassbinder
mit: Klaus Löwitsch, Barbara Valentin, Mascha Rabben, Karl Heinz Vosgerau, Wolfgang Schenck, Günter Lamprecht, Ulli Lommel, Adrian Hoven, Rudolf Lenz, Ivan Desny, Joachim Hansen, Lilo Pempeit, Kurt Raab, Margit Carstensen, Gottfried John
Lange, sehr lange hat es gedauert, bis Welt am Draht auf DVD veröffentlicht werden konnte. Selten im Fernsehen gezeigt, im Kino gar nicht und auf Video auch nicht erhältlich, ist die auf dem Science-Fiction-Roman Simulacron-3 von Daniel F. Galouye basierende Fernsehproduktion schon deswegen ein Kultfilm geworden. Das Besondere an Fassbinders Film ist es, eine Vielzahl komplexer philosophischer Fragestellungen nach dem Sein, der menschlichen Wahrnehmung und der Realität so gekonnt zu vereinfachen, dass sie allgemein verständlich werden. Jedes Handlungselement des auf den ersten Blick sehr preiswert aussehenden Filmes ist dabei diesem philosophischen Ansatz untergeordnet, auch die Actionszenen, so dass es ein wahres Vergnügen ist, beim Zuschauen auch denken zu dürfen. Lange vor Filmen wie Matrix, Existenz, Dark City und vielen anderen verarbeitete Fassbinder erkenntnistheoretische Motive in Genreelementen, um daraus einen seiner besten Filme zu machen. Auch kameratechnisch ist der Zweiteiler nicht genug zu würdigen, die Fotografie von Michael Ballhaus lässt keine optische Fantasie unrealisiert, und das alles in knapp dreieinhalb Stunden. Die Musik ist von Gottfried Hüngsberg, der bei einigen Fassbinderfilmen mitmischte und ansonsten seit über 30 Jahren mit Elfriede Jelinek verheiratet ist.
Spuk im Hochhaus
Siebenteilige Kinderserie, DDR 1982, 210 min
Regie: Günter Meyer
mit: Heinz Rennhack, Katja Paryla, Klaus Mertens, Gerry Wolff, Stefan Lisewski
Ach, was haben so manche Ostzonenkinder den schaurigen Titelsong geliebt: "Wo die Tannen düster rauschen und dem Wandrer stockt der Schritt, steht ein Wirtshaus, und drin hausen August und Jette Deibelschmidt." Siebenmal erklang er im Vorspann, der in aller Kürze eine gruselige Moritat in einem Wirtshaus im düsteren Tann erzählte, auf das sich dann im wahrsten Sinne der moderne Sozialismus mit seinem Wohnungsbauprogramm gründete. Die Nachfolgeserie zu Spuk unterm Riesenrad ist genauso großartig, ein Highlight des DDR-Fernsehens, nicht nur für Kinder. Wer heute Einblicke in den realsozialistischen Alltag gewinnen will, für den ist dieses Filmleben in der Platte, trotz der Anwesenheit zweier Gespenster, eine reichhaltige Fundgrube. Der tolle Soundtrack stammt auch hier wieder von Thomas Natschinski.
Antichrist
D/Dän/S 2009, 108 min
Regie: Lars von Trier
Buch: Lars von Trier, Anders Thomas Jensen
mit: Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe
Lars von Trier, der mit Abstand talentierteste Filmregisseur der Gegenwart, ist zurück. Antichrist heißt sein neuester Film, dessen anmaßender Titel schon deutlich macht, was den Berserker des europäischen Kinos und Wiederentdecker des religiösen Pathos im Film umtreibt. Denn keiner sucht wie er mit solcher Brutalität nach den subkutanen Tiefenstrukturen des Cinematografischen; als einziger sieht er das Kino – noch oder schon wieder – als moralische Anstalt, in der fernab von den üblichen Filmbanalitäten – deren vorhersagbaren Qualitäten er sich bis zur Selbstverleugnung verweigert – die großen Fragen verhandelt werden können. Dabei hat er immer auch seinem Talent misstraut, dieser Leichtigkeit, mit der sich bei ihm wie durch Zauberhand immer wieder große Kunst einstellt – und so widmet sich der Meister, in zumindest der Hälfte seiner Werke, ausgiebig der Zerstörung des Films, was zwar das Publikum öfters eher erzürnt als entzückt, in seiner Radikalität aber trotzdem tausendmal unterhaltsamer ist als die immergleichen boy-meets-girl-Geschichten, die sonst aktuell den visuellen Background einer zutiefst infantilisierten Gesellschaft bebildern. Die Monumentalität und Selbstbezüglichkeit seines Schaffens, oft zwischen Therapiegruppe und Größenwahn schwankend, sind nicht frei von Kollateralschäden und so gestaltet sich seine Filmografie auch eher als ein gewundener Passionsweg voller Selbstekel und gnadenloser Selbstkasteiung, denn als ein gerader Weg zum Ziel - mit einem Wort: Kino zwischen cineastischem Hochamt und Zumutung.
KRZYSZTOF ZANUSSI
Krzysztof Zanussi
polnischer Filmregisseur und -produzent
geboren am 17. Juni 1939 in Warschau
Krzysztof Zanussi ist der "Moralist aus Warschau", sein essayistisches Frühwerk machte ihn mit internationaler Anerkennung zum "polnischen Godard", mit Filmen wie Die Struktur des Kristalls, Illumination und Die Spirale. Ähnlich wie auch die frühen Filme Kieslowskis setzen sie sich mit Fragen der Moral in einer nur bedingt funktionierenden sozialistischen Gesellschaft auseinander. Zanussi gehörte zu den Mitbegründern des "Kinos der moralischen Unruhe" und erhielt für seine Werke viele internationale Auszeichnungen. Auch heute ist der inzwischen 70jährige Zanussi als Regisseur und Produzent tätig, sein 2005 gedrehter Film Persona Non Grata erhielt viermal den Polnischen Filmpreis. Eine Übersicht aller in unserem Programm enthaltenen Filme Zanussis findet ihr hier >>
Moralist aus Warschau: Zum 70. Geburtstag des polnischen Regisseurs Krzysztof Zanussi (Berliner Zeitung, 17.06.2009) >>
SCHWERPUNKTE IN UNSEREM PROGRAMM
Kinoprawda und Kinoapparat
Sowjetische Filmklassiker: Antibürgerliche Avantgarde, stalinistische Auftragswerke, monumentale Literaturverfilmungen, melodramatische Kriegsgeschichten und realsozialistische Liebesfilme.
|
Jan Svankmajer
Der Magier von Prag
Der 1934 in Prag geborene surrealistische Filmemacher Jan Svankmajer ist einer der bedeutendsten tschechischen Künstler. Mit seinen originellen Filmvariationen zu Faust und Alice in Wonderland und seinen vielen Kurzfilmen aus über vier Jahrzehnten beeinflusste er viele Regisseure und Künstler wie Terry Gilliam, Tim Burton und die Quay Brothers. >>
René Laloux
Schizophrenic Cinema
Mit seinen Zeichentrickfilmen Der Phantastische Planet und Herrscher der Zeit erlangte der französische Regisseur und Maler Kultstatus. Bei seinen Filmen arbeitete er mit berühmten Künstlern wie Roland Topor, Jean Giraud, Isaac Asimov und Stefan Wul zusammen. >>
Jean-Pierre Melville
Französischer Todesengel
Jean-Pierre Melville war der große Stilist des französischen Kinos und einer der einflussreichsten europäischen Regisseure. Seine extrem stilisierten Gangsterfilme wurden Ikonen des Genrekinos und Vorbilder für Martin Scorsese, John Woo und Quentin Tarantino. >>
Russ Meyer
The King of Nudies
Am 18. September vor drei Jahren verließ unbemerkt und unerwartet der Meister großer Busenkunst unsere für seine Phantasien zu klein gewordene Welt, aber ganz gewiss nicht, um in das komische Paradies mit den Jungfrauen einzugehen, denn Russ Meyer, der “Eisenstein des Sexfilms”, war kein Märtyrer, dafür aber Autorenfilmer und Geschäftsmann im Dienste einer guten Sache. >>
Akira Kurosawa
Tenno Akira
Am 6. September 1998 verstarb 88jährig der Meister des japanischen Films. Jakob Sobe wagte einen ausführlichen Blick auf einen kleinen Teil seines umfangreichen Werkes - den Samuraifilm, den Kurosawa-San ganz entscheidend prägte - und mit ihm auch den amerikanischen und italienischen Western. >>
Roland Klick
Der Große Unbekannte
Seinen letzten Spielfilm drehte er vor 20 Jahren, er ist seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast auf den ihm gewidmeten und stets gut besuchten Retrospektiven und doch ist er nur für Eingeweihte ein klingender Name. Aber warum kennt heute keiner mehr den Regisseur von legendären deutschen Filmen wie Deadlock, Supermarkt und White Star? Eine kleine Antwort. >>
Paul Verhoeven
Aus Fleisch und Blut
Rasender Holländer, Hollywood-Immigrant und exzessiver Mainstream-Kontroversist: Der Regisseur von Basic Instinct und Starship Troopers (in Deutschland indiziert) wurde am 18. Juli 2008 70 Jahre alt. Ein Geburtstagsständchen. >>
Roman Polanski
Ab ins Polanskino
Zum 75. Geburtstag des am 18. August 1933 in Paris geborenen polnisch-französischen Riesen unter den kleinwüchsigen Regisseuren schrieb sich Jakob Sobe eine unvollständige Geburtstagsfilmografie vom Herzen. >>
Stanley Kubrick
Dr. Cubeprick or:
How I Learned to stop Hurrying and Love the Pomp.
Eine entschleunigte Filmografie von Jakob Sobe über den am 26. Juli 1928 in New York unter dem Sternzeichen des Löwen geborenen Löwen unter den Regisseuren. >>
Orson Welles
Citizen Welles
Eine biografische Filmografie über einen der nicht nur an Körpermasse umfangreichsten Regisseure und Schauspieler der Filmgeschichte. >>
The Coen Brothers
No Country for Old Movies?
Mit vier Oscars ist ihr Meisterwerk No Country for Old Men reich belohnt worden, das ist für Jakob Sobe Anlass genug, sich mit den frühen Filmen des begnadeten Regieduos Joel und Ethan Coen zu befassen. >>
Weitere Porträts von ausgewählten Regisseuren:
>> John Boorman
>> Sergio Corbucci
>> Sam Peckinpah
>> Russ Meyer
>> Federico Fellini
>> Andrej Tarkowski
>> Jacques Tati
>> Carl Andersen
|
|
|